Vorsicht bei Starkregen
10 Juli, 2025
Bei Starkregen kann es zu überfluteten Fahrbahnen, überschwemmten Parkplätzen und vollgelaufenen Tiefgaragen kommen. Welche Versicherung übernimmt die Schäden?
Das Wetter ist zunehmend wechselhafter: Hohe Temperaturen und Sonne wechseln sich in diesem Sommer häufig mit Starkregen ab. Es kommt dabei regelmäßig zu überfluteten Fahrbahnen, überschwemmten Parkplätzen und vollgelaufenen Tiefgaragen.
Eine Fahrt durch durchflutete Straßen ist riskant. Wie hoch das Wasser auf der Fahrbahn steht, lässt sich oft kaum abschätzen. Sobald das Wasser in den Radkästen prasselt und wenn Fontänen nach außen spritzen, wird es kritisch. Ab einer Wassertiefe von rund 20 Zentimetern Wassertiefe droht ein Kontrollverlust über den Wagen, warnt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Und bei 30 Zentimetern kann ein Fahrzeug regelrecht aufschwimmen.
Auch die Technik des Autos ist dann in Gefahr:
Gelangt viel Wasser in den Ansaugtrakt des Triebwerks, ist es nicht mehr weit bis zu einem kapitalen Motorschaden. Der Motor kann auch ausfallen, wenn die sensible Elektronik von einem Wasserstrahl getroffen wird. Die nachfolgenden Reparaturen dürften auf jeden Fall teuer werden. Ist das Wasser bis zu den Seitenscheiben gestiegen, droht sogar ein wirtschaftlicher Totalverlust.
Die GTÜ rät daher dringend von Fahrten auf unter Wasser stehenden Straßen ab. Am besten ist es, anzuhalten und das schwere Unwetter abzuwarten. Doch oft ist es nicht so einfach, einen passenden Abstellort zu finden. Ausweichbuchten an Schnellstraßen bieten solche Plätze, manchmal ebenso abzweigende Wege. Mit viel Glück ist ein Parkdeck mit höheren Etagen in der Nähe, wo sich der Wagen abstellen lässt. Zur Falle werden können Senken oder Unterführungen. Denn in diesen sammelt sich rasch sehr viel Wasser. Dort kann Gefahr nicht nur für die Technik bestehen, sondern auch für den Menschen.
Wird trotz aller Vorsicht das Fahrzeug von Wasser umschlossen, sollte sofort der Motor ausgestellt werden. Den Insassen empfiehlt die GTÜ, die Türen vorsichtig und langsam zu öffnen und auszusteigen – ohne Rücksicht auf nasse Schuhe oder Hosenbeine. Dabei sollten möglichst keine Wertgegenstände im Auto zurückgelassen werden. Nach dem Verlassen des Fahrzeugs sollten – wenn möglich – die Türen mit geschlossenen Fenstern wieder zugemacht, aber nicht mit der Fernbedienung verriegelt werden. Zu viel Feuchtigkeit kann zu späteren Ausfällen der Funkverbindung führen. Sinnvoll ist ein Rückzug der Insassen auf höher gelegene Böschungen, Brücken oder Gebäude. Erst wenn sich alle in Sicherheit befinden, ist es Zeit, Hilfe anzufordern.
Oft ziehen sich lokale Unwetter mit Überschwemmungen rasch wieder zurück. Danach sollte das Auto nicht einfach wieder gestartet werden, denn wenn der Wasserspiegel die Schweller unterhalb der Türen oder noch höhere Abschnitte der Karosserie umspült hat, bestehen beim Starten erhebliche Gefahren für die Technik. Das betrifft nicht nur den Motor, sondern die gesamte Bordelektronik. Sensoren und Steuermodule werden oft tief im Wagen platziert, sie können bei zu viel Feuchtigkeit Schaden nehmen.
Um Folgeschäden des Hochwassers zu minimieren, rät die GTÜ zum Abschleppen des Wagens. Elektronik, Bremsen, Airbags und Steuergeräte sollte danach ein Fachmann überprüfen. Entsprechende Werkstätten sorgen auch für ein gründliches Trocknen. Denn ein feuchter Innenraum kann auch noch nach einiger Zeit zu Schimmel oder gar Kurzschlüssen in der Elektronik führen.
Es ist auch ratsam, bei Unwetterwarnungen das Auto an einer höhergelegenen Stelle zu parken. Besondere Achtung gilt vor Tiefgaragen bei wolkenbruchartigem Regen:
Diese können sich manchmal binnen Minuten mit Wasser füllen. Das kann lebensgefährlich sein. In solchen Situationen soll man daher auf keinen Fall die Tiefgarage betreten, warnt die Stuttgarter Prüf- und Sachverständigenorganisation.
Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden bei so genannten Elementargefahren, in diese Kategorie fällt auch Hochwasser. Doch in vielen Verträgen ist festgehalten, dass ein Fahrzeug vor den Schäden ordnungsgemäß abgestellt sein muss und der Schaden zudem nicht vermeidbar war. Das lässt Interpretationsspielraum:
Und zwar dann, wenn ein Auto trotz konkreter Hochwasserwarnungen nicht in Sicherheit gebracht wird. Nimmt ein Auto während der Fahrt durch die Fluten Schaden, übernimmt die Vollkaskoversicherung den Schaden. Jedenfalls dann, wenn nicht grob fahrlässig gehandelt wurde. Auch aus diesem Blickwinkel betrachtet ist es sinnvoll, nicht auf überschwemmten Straßen zu fahren.
Unwetterwarnungen gibt es längst nicht mehr nur in den Wettervoraussagen. Stattdessen liefern zum Beispiel öffentliche Warn-Apps für den Katastrophenschutz wie "NINA" und "Katwarn" aktuelle Informationen als Push-Nachricht. Selbst Versicherungen warnen über das Handy bei einer kritischen Wetterlage. In solchen Fällen sollte man Fahrten möglichst verschieben oder zumindest mit stark erhöhter Vorsicht fahren. ampnet/aum
Eine Fahrt durch durchflutete Straßen ist riskant. Wie hoch das Wasser auf der Fahrbahn steht, lässt sich oft kaum abschätzen. Sobald das Wasser in den Radkästen prasselt und wenn Fontänen nach außen spritzen, wird es kritisch. Ab einer Wassertiefe von rund 20 Zentimetern Wassertiefe droht ein Kontrollverlust über den Wagen, warnt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Und bei 30 Zentimetern kann ein Fahrzeug regelrecht aufschwimmen.
Auch die Technik des Autos ist dann in Gefahr:
Gelangt viel Wasser in den Ansaugtrakt des Triebwerks, ist es nicht mehr weit bis zu einem kapitalen Motorschaden. Der Motor kann auch ausfallen, wenn die sensible Elektronik von einem Wasserstrahl getroffen wird. Die nachfolgenden Reparaturen dürften auf jeden Fall teuer werden. Ist das Wasser bis zu den Seitenscheiben gestiegen, droht sogar ein wirtschaftlicher Totalverlust.
Die GTÜ rät daher dringend von Fahrten auf unter Wasser stehenden Straßen ab. Am besten ist es, anzuhalten und das schwere Unwetter abzuwarten. Doch oft ist es nicht so einfach, einen passenden Abstellort zu finden. Ausweichbuchten an Schnellstraßen bieten solche Plätze, manchmal ebenso abzweigende Wege. Mit viel Glück ist ein Parkdeck mit höheren Etagen in der Nähe, wo sich der Wagen abstellen lässt. Zur Falle werden können Senken oder Unterführungen. Denn in diesen sammelt sich rasch sehr viel Wasser. Dort kann Gefahr nicht nur für die Technik bestehen, sondern auch für den Menschen.
Wird trotz aller Vorsicht das Fahrzeug von Wasser umschlossen, sollte sofort der Motor ausgestellt werden. Den Insassen empfiehlt die GTÜ, die Türen vorsichtig und langsam zu öffnen und auszusteigen – ohne Rücksicht auf nasse Schuhe oder Hosenbeine. Dabei sollten möglichst keine Wertgegenstände im Auto zurückgelassen werden. Nach dem Verlassen des Fahrzeugs sollten – wenn möglich – die Türen mit geschlossenen Fenstern wieder zugemacht, aber nicht mit der Fernbedienung verriegelt werden. Zu viel Feuchtigkeit kann zu späteren Ausfällen der Funkverbindung führen. Sinnvoll ist ein Rückzug der Insassen auf höher gelegene Böschungen, Brücken oder Gebäude. Erst wenn sich alle in Sicherheit befinden, ist es Zeit, Hilfe anzufordern.
Oft ziehen sich lokale Unwetter mit Überschwemmungen rasch wieder zurück. Danach sollte das Auto nicht einfach wieder gestartet werden, denn wenn der Wasserspiegel die Schweller unterhalb der Türen oder noch höhere Abschnitte der Karosserie umspült hat, bestehen beim Starten erhebliche Gefahren für die Technik. Das betrifft nicht nur den Motor, sondern die gesamte Bordelektronik. Sensoren und Steuermodule werden oft tief im Wagen platziert, sie können bei zu viel Feuchtigkeit Schaden nehmen.
Um Folgeschäden des Hochwassers zu minimieren, rät die GTÜ zum Abschleppen des Wagens. Elektronik, Bremsen, Airbags und Steuergeräte sollte danach ein Fachmann überprüfen. Entsprechende Werkstätten sorgen auch für ein gründliches Trocknen. Denn ein feuchter Innenraum kann auch noch nach einiger Zeit zu Schimmel oder gar Kurzschlüssen in der Elektronik führen.
Es ist auch ratsam, bei Unwetterwarnungen das Auto an einer höhergelegenen Stelle zu parken. Besondere Achtung gilt vor Tiefgaragen bei wolkenbruchartigem Regen:
Diese können sich manchmal binnen Minuten mit Wasser füllen. Das kann lebensgefährlich sein. In solchen Situationen soll man daher auf keinen Fall die Tiefgarage betreten, warnt die Stuttgarter Prüf- und Sachverständigenorganisation.
Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden bei so genannten Elementargefahren, in diese Kategorie fällt auch Hochwasser. Doch in vielen Verträgen ist festgehalten, dass ein Fahrzeug vor den Schäden ordnungsgemäß abgestellt sein muss und der Schaden zudem nicht vermeidbar war. Das lässt Interpretationsspielraum:
Und zwar dann, wenn ein Auto trotz konkreter Hochwasserwarnungen nicht in Sicherheit gebracht wird. Nimmt ein Auto während der Fahrt durch die Fluten Schaden, übernimmt die Vollkaskoversicherung den Schaden. Jedenfalls dann, wenn nicht grob fahrlässig gehandelt wurde. Auch aus diesem Blickwinkel betrachtet ist es sinnvoll, nicht auf überschwemmten Straßen zu fahren.
Unwetterwarnungen gibt es längst nicht mehr nur in den Wettervoraussagen. Stattdessen liefern zum Beispiel öffentliche Warn-Apps für den Katastrophenschutz wie "NINA" und "Katwarn" aktuelle Informationen als Push-Nachricht. Selbst Versicherungen warnen über das Handy bei einer kritischen Wetterlage. In solchen Fällen sollte man Fahrten möglichst verschieben oder zumindest mit stark erhöhter Vorsicht fahren. ampnet/aum
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